Detail mince: Salzburg Wolf Dietrich von Raitenau 1587 - 1612 8 Dukaten 1594. Turmprägung MS 62.

Wolf Dietrich von Raitenau 1587 - 1612 MS 62
8 Dukaten 1594. Turmprägung. WOLF : TEODORIC : ARCHIEP : SALISB : SED : AP : LEG : Sechsfeldiges Wappen unter Legatenhut, zu den Seiten die beiden Stiftsheiligen St. Rudbertus und St. Virgilius mit ihren Attributen // • IN • DOMINO • SPERANS • NON • INFIRMABOR • 1594 Turm in Wellen, vom Wind bestürmt, oben Hagel aus Wolken.. HZ 825 27.84 g. vz

Der Turm in brandenden Wogen, von vier Winden bestürmt, darüber Hagel aus den Wolken symbolisiert wahrscheinlich den Erzbischof in seiner Stand- und Wehrhaftigkeit im Kampf gegenüber den Türken, gegen die der Erzbischof ein Truppenkontingent unter der Füh

 

Die Voralberger Familie, aus der Wolf Dietrich von Raitenau stammte, besaß gute Beziehungen zu den höchsten Kirchenkreisen und vielleicht wurde er deshalb schon früh als erstgeborener Sohn für die geistliche Laufbahn bestimmt. So war seine Mutter Helena von Hohenems eine Nichte des Papstes Pius IV. (1559-1565). Wolf Dietrich machte schnell Karriere und wurde im Alter von 27 Jahren am 2.3.1587 zum Erzbischof von Salzburg gewählt. Mit ihm brach eine Zeit der Reformen sowohl in der kirchlichen Liturgie als auch in der zivilen Verwaltung an, und Salzburg erlebte den Höhepunkt des fürstlichen Absolutismus. Nach anfänglichen streng gegenreformatorischen Maßnahmen, die 1589 in einer Vertreibung aller Protestanten aus Salzburg gipfelten, fand er schließlich zu einer Politik der Toleranz. Obwohl er in vielem seiner Zeit voraus war, geriet er durch sein ungestümes Wesen oftmals in Konflikt mit seinen Zeitgenossen. Ein Einmarsch der Salzburger Truppen in Berchtesgaden im Oktober 1611 wurde von den Bayern mit einem Einmarsch in Salzburg beantwortet. Wolf Dietrich wurde gefasst und bis an sein Lebensende 1617 von seinem Nachfolger und Neffen Markus Sittikus von Hohenems zuerst in der Festung Hohenwerfen und dann in der Festung Hohensalzburg in strenger Einzelhaft eingesperrt. In die Wand der Festung ritzte er, den 1931 bei einem Brand zerstörten, Spruch: "Gibt in der Welt vil Trug - Tue recht und fürcht die Lug. - Damit ward ich betrogen - Ich tat recht und ward ....".

Der Turm in stürmischer See symbolisiert wahrscheinlich den Erzbischof in seiner Stand- und Wehrhaftigkeit gegenüber den Türken, gegen die der Erzbischof ein Truppenkontingent unter der Führung seines Bruders zur Unterstützung des Kaisers Rudolf II. entsandt hatte. Die in diversen Nominalen in Gold und Silber ausgebrachten Turmprägungen dürften als Geschenke an die Soldaten verwendet worden sein. Nach anderer Interpretation ist der Turm ein Symbol für die katholische Kirche, die den Bedrohungen durch die Reformation Stand hält.

 

 

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